Artikulationsstörung

Auch im Jungend- und Erwachsenenalter können noch Schwierigkeiten mit der Aussprache bestehen. Am häufigsten sind die Laute /s/ und /sch/ betroffen. Zwei unphysiologische Varianten des Lautes /s/ sind z. B. der Sigmatismus interdentalis (die Zunge rutscht bei der Artikulation des Lautes /s/ zwischen den Zähnen durch) oder der Sigmatismus lateralis (die Luft entweicht beim Sprechen seitlich). Beide Varianten führen zu einem eigenen Klangbild beim Sprechen.

Logopädie bei Artikulationsstörungen

In der Therapie wird zunächst der gefragte Laut angebahnt. Ist dies erreicht, wird er auf Silben-, Wort-, Satz- und Textebene ausgebaut. Anschließend folgt der Transfer in die Spontansprache.

Late Talker – Verspäteter Sprachbeginn

Late Talker – Verspäteter Sprachbeginn

Um den ersten Geburtstag beginnen Kinder mit einem gesunden Spracherwerb erste Wörter wie z. B. „Mama“, „“Papa“, „an“, „aus“, „haben“,… zu produzieren. Mit 24 Monaten sollte der kindliche Wortschatz etwa 50 Wörter erreicht haben. Mit dem Erreichen dieses Wortschatzrichtwertes von 50 Wörtern setzt der sogenannte Wortschatzspurt ein: Der kindliche Wortschatz nimmt mit etwa neun neuen Wörtern täglich rasant zu. Gleichzeitig produzieren Kinder dann erste Zwei-Wortkombinationen wie „Mama schlafen“.

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Therapie bei Lese-Rechtschreibstörung

Therapie bei Lese-Rechtschreibstörung

Verbunden mit der Einschulung im sechsten Lebensjahr sind unsere Kinder reif für den Schriftspracherwerb. Das Lernen des Lesens und des Schreibens gilt als „i-Tüpfelchen“ der Sprachentwicklung. Trotzdem genügen für 5-10% der Kinder die schulischen Angebote nicht aus, sie benötigen externe Unterstützung, um den Schriftspracherwerb zu bewältigen.

Logopädie bei Lese-Rechtschreibschwäche

Wie zeigt sich die Lese- Rechtschreibstörung, auch Legasthenie genannt, im Schulalltag des Kindes?

Beim Schreiben zeigen sich folgende Schwierigkeiten:

  • Kinder schreiben oftmals nur „Worthülsen“.
  • In einem Text schreiben Kinder z. B. ein Wort auf unterschiedliche Weise falsch.
  • Oft können sie ihr Geschriebenes selbst nicht mehr lesen.
  • Die Fehler häufen sich besonders am Ende eines Diktates

Beim Lesen zeigen sich folgende Schwierigkeiten:

  • Das Lesen ist langsamer und es fällt ihnen schwer, den Sinn des Gelesenen zu entnehmen.
  • Buchstaben oder Wörter werden vertauscht, ausgelassen oder ersetzt.
  • Sie „verrutschen“ in der Zeile.

Von Fachpersonen wie Kinder- und Jugendpsychologen, Schulpsychologen oder Ärzten kann die Legasthenie ab der dritten Schulklasse diagnostiziert werden. Die Therapie erfolgt dann z. B. durch Logopäden /Sprachtherapeuten oder Lerntherapeuten mit einer speziellen Zusatzqualifikation im Bereich Legasthenie. Die Kosten für die Legasthenietherapie gehören zu den privaten Leistungen und werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die Lese- Rechtschreibstörung kann eine Folge der Sprachentwicklungsstörung sein. Denn bis zu 80% der Kinder mit Legasthenie zeigten im Kindesalter eine Sprachentwicklungsstörung (Quelle: Warnke, A. „Legasthenie“). Somit ist es von großer Bedeutung, den Schriftspracherwerb bei Vorschulkindern mit einer Sprachentwicklungsstörung aber auch bei Kindern mit einer phonologischen Störung intensiv vorzubereiten. Auch in den ersten Schuljahren sollte ihnen logopädische Unterstützung gewährt werden, um den Kindern so den Einstieg in den Schriftspracherweb zu erleichtern.