Welche Auswirkungen hat das Fragealter auf die Sprachentwicklung Ihres Kindes?

Kinder stellen Fragen. Sie wollen alles wissen und fragen ihren Eltern gerne Löcher in den Bauch. Welchen Sinn hat das Fragealter der Kinder und welche Auswirkungen hat es auf den Spracherwerb?

Das erste Fragealter tritt mit ca. 18-24 Monaten auf:

  • Mit den Was-Fragen (Was ist das? Was machst du?) erweitern die Kinder ihren Wortschatz.
  • Mit den Wo-Fragen (Wo ist das? Wo wohnst du?) erwerben die Kinder die Präpositionen (auf, in, unter, neben, …) und mit den scheinbar nicht enden wollenden
  • Warum-Fragen erwerben die Kinder die Nebensatzkonstruktion mit „weil“ sowie die Verbendstellung im Nebensatz, die im Hauptsatz an zweiter Stelle steht. Hierzu ein Beispiel: Ich esse Kuchen, weil er mir schmeckt.

Die Warum-Fragen markieren das zweite Fragealter, welches ca. ab dem dritten Lebensjahr beginnt.

Auch vergrößern die Kinder im Fragealter ihr Weltwissen und ordnen ihre Welt.

(Literatur: Sprachentwicklung nach Dr. Barbara Zollinger)

 

Wenn Sie Fragen zum Spracherweb Ihres Kindes haben, stehe ich Ihnen persönlich in meiner logopädischen Praxis im Augsburger Domviertel oder telefonisch unter 0821 – 449 639 43 zur Verfügung. Ich freu´ mich auf Sie und Ihre Kind!

Myofunktionelle Störung

Myofunktionelle Störung

Bei myofunktionellen Störungen liegt im Mund- und Gesichtsbereich (oft jedoch auch ganzkörperlich) ein muskuläres Ungleichgewicht vor. Die Lippen- und/ oder die Zungenmuskulatur ist zu schwach, die Zunge ruht zwischen oder an den Zähnen, beim Schlucken presst sie gegen die Zähne, wodurch es zur Verschiebung der Zähne kommt. Die Bildung des Lauts /s/ kann auffällig sein.

Ziel der Logopädie bei myofunktionellen Störung ist es, in enger Kooperation mit dem Kieferorthopäden, das muskuläre Ungleichgewicht auszugleichen. Dazu müssen Lippen und Zunge gekräftigt werden. Ebenso muss die gesunde Zungenruhelage und das gesunde Schlucken gemeinsam mit dem Kind erarbeitet werden. Beim gesunden Schluckvorgang darf die Zunge nicht gegen die Zähne pressen.

Myofunktionelle Therapie ist mit viel Arbeit verbunden und bedeutet daher für das Kind „Training“. Die Therapie gestaltet sich nur wenig spielerisch, weshalb diese Therapie erst ab einem Alter von etwa 9 Jahren empfohlen ist. Um bei jüngeren Kindern gute Therapieerfolge zu sichern, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern ein wesenstlicher Bestandteil der Therapie.

Sprachentwicklungsstörung (SES)

Sprachentwicklungsstörung (SES)

Bei Kindern mit einer Sprachentwicklungsstörung liegen bei normaler Intelligenz und unauffälligem Hörbefund simultan Auffälligkeiten in folgenden vier Bereichen vor.

Artikulation / Phonologie:  

Einzelne Laute oder Lautverbindungen werden oft fehlgebildet, ausgelassen oder ersetzt. Teilweise werden Wörter so sehr verändert, dass das Kind völlig unverständlich spricht.

Grammatik:

Die Grammatik des Kindes ist ebenfalls nicht normgerecht. Die Wortstellung im Satz entspricht nicht der Norm der deutschen Sprache („Morgen essen ich.“), die Sätze sind unvollständig, es kommt zur Auslassung von Satzteilen und Wörtern. Ebenso kann die Übereinstimmung von Subjekt und Verb auffällig sein: „ich essen“, „du macht“ oder das Kind zeigt Schwierigkeiten beim Erwerb der Präpositionen (auf, unter, neben, bei, in, im).

Read more

Artikulationsstörung

Auch im Jungend- und Erwachsenenalter können noch Schwierigkeiten mit der Aussprache bestehen. Am häufigsten sind die Laute /s/ und /sch/ betroffen. Zwei unphysiologische Varianten des Lautes /s/ sind z. B. der Sigmatismus interdentalis (die Zunge rutscht bei der Artikulation des Lautes /s/ zwischen den Zähnen durch) oder der Sigmatismus lateralis (die Luft entweicht beim Sprechen seitlich). Beide Varianten führen zu einem eigenen Klangbild beim Sprechen.

Logopädie bei Artikulationsstörungen

In der Therapie wird zunächst der gefragte Laut angebahnt. Ist dies erreicht, wird er auf Silben-, Wort-, Satz- und Textebene ausgebaut. Anschließend folgt der Transfer in die Spontansprache.