Myofunktionelle Störung

Myofunktionelle Störung

Bei myofunktionellen Störungen liegt im Mund- und Gesichtsbereich (oft jedoch auch ganzkörperlich) ein muskuläres Ungleichgewicht vor. Die Lippen- und / oder die Zungenmuskulatur können z. B. zu schwach sein, die Zunge liegt zwischen den Zähnen. Häufig presst die Zunge beim Abschlucken gegen die Zähne, wodurch es zur Verschiebung der Zähne kommt. Die Bildung des Lauts /s/ kann auffällig sein.

Ziel der Logopädie bei myofunktionellen Störung ist es, in enger Kooperation mit dem Kieferorthopäden, das muskuläre Ungleichgewicht auszugleichen. Dazu müssen Lippen und Zunge gekräftigt werden. Ebenso muss die gesunde Zungenruhelage und das gesunde Schlucken gemeinsam mit dem Kind erarbeitet werden. Beim gesunden Schluckvorgang darf die Zunge nicht gegen die Zähne pressen.

Myofunktionelle Therapie ist mit viel Arbeit verbunden und bedeutet daher für das Kind „Training“. Die Therapie gestaltet sich nur wenig spielerisch, weshalb diese Therapie erst ab einem Alter von etwa 12 bis 13 Jahren empfohlen ist. Um bei jüngeren Kindern gute Therapieerfolge zu sichern, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern ein wesenstlicher Bestandteil der Therapie.